Marc Luisoni (violine), Chritian Ruh (guit), Dani Zürcher (guit), Augustin Maissen (b), Simon Wyrsch (cl)
Marc Luisoni (violine)
Ihr Mix aus Swing‑Standards, Boléros, Walzern, Balladen und Gypsy Bossas traf mitten ins Herz. Mal federleicht, mal melancholisch, mal mitreissend – immer mit dieser typischen Eleganz, die man aus den Pariser Cafés der 1930er‑Jahre kennt. Bei «Jambo Reinhard, Metrostation Ménilmontant» fühlte man sich plötzlich an die Seine versetzt: Strassenkaffees, Laternenlicht, ein Hauch Nostalgie.
Der Jazzclub Zofingen und das Hotel Zofingen luden zum Jazz‑Dinner – und niemand ahnte, was nach Apéro und feinem Dinner noch folgen würde. Die «Gadjolinos» aus Zürich, seit sieben Jahren unterwegs im Gypsy‑Swing‑Universum, zündeten ein musikalisches Feuerwerk, das den Saal in Zofingen in eine andere Zeit versetzte.
Sie spielen in der Sinti‑Familientradition des Jazz Manouche, wie man sie von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli kennt. Diesen Sound tragen sie quer durch die Schweiz – und an diesem Abend direkt nach Zofingen.
Simon Wyrsch (cl)
Bandleader Christian Ruh, seit 16 Jahren ausschliesslich im Gypsy‑Jazz zuhause, führte souverän durch den Abend. An seiner Seite zwei Virtuosen: Marc Luisoni an der Violine und Simon Wyrsch an der Klarinette. Zwischen den beiden entspann sich immer wieder ein antiphonisches Spiel – ein musikalisches Ping‑Pong, bei dem sich die beiden Phrasen zuschoben, variierten und sich gegenseitig herausforderten. Ein Genuss.
Für den treibenden Groove sorgten Dani Zürcher (Rhythmusgitarre) und Augustin Maissen (Kontrabass). Und auch optisch stimmte alles: stilgerechte Swing‑Outfits, charmante Mimik, ein Zusammenspiel, das spürbar von Freundschaft getragen ist.
Die Anekdote des Abends
Eine kleine Geschichte darf nicht fehlen. Die Band spielte einst in einem Restaurant mit niedriger Decke. Neben der Bühne befand sich die Durchreiche zur Küche – inklusive zweier Wärmelampen für Teller, falls der Service mal länger brauchte. Beim Einrichten bemerkte der Bandleader zwei «defekte» farbige Scheinwerfer. Sie wurden prompt ersetzt.
Während des Konzerts begann der Kontrabassist jedoch zu schwitzen wie nach einem Marathon. «Alles gut?», fragte der Bandleader. «Ja… aber es ist hier unglaublich heiss, ich verstehe das nicht.» Ein Blick zur Seite – und die Erkenntnis: Die «defekten Scheinwerfer» waren gar keine. Es waren Wärmelampen, die nun direkt auf den Bassisten strahlten. Der Saal lachte Tränen.
Fazit
Ein Abend voller Humor, Herz und heissem Swing. Das Publikum ging swingend, fröhlich und bestens gelaunt nach Hause.